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08.12.2014 zum 1. Todestag von Ernest Sauter
Ernest Sauter, dessen Todestag sich heute erstmals jährt, wird mir aus vielerlei Gründen in angenehmster Erinnerung bleiben. Natürlich durch seine Musik: ihr expressiver Charakter wird getragen von Lebensklugheit und hoher künstlerischer Integrität. Kantable Lineaturen und kontrapunktisches Raffinement, rhythmisch-metrische Variabilität und ein sensibles Gespür für die suggestive Macht der Klangfarben greifen überzeugend ineinander. Namentlich in seinem kammermusikalischen Spätwerk verschmelzen die essentiellen Sphären des Gestaltens zum individuellen Gestus.
Aber auch der Mensch bleibt unvergessen: ob seiner heiteren Bedachtsamkeit und freundlich zugewandten Präsenz. Während der beiden vergangenen Jahrzehnte durfte ich mehrfach Anteil haben an seinen Überlegungen zur Ehrlichkeit in der Kunst und zur Ambivalenz von Beharrungskraft und Neuerung. Dabei ist mir eine Wendung aufgefallen, die Ernst Sauter in seinem Argumentieren immer wieder gern gebraucht hat und für die ich ihm – auch im Sinne eines Ansporns – nachdrücklich dankbar bin; ein Wort, das sich in der Erinnerung an diesen Künstler und bis hinein ins Notenbild seiner Musik sozusagen permanent einlöst: „verfeinert gedacht…“
Helmut Rohm, München
06.02.2014
Wir gedenken in Verehrung und Dankbarkeit des einsamen Freundes von Suzette und seiner grossen Werke fuer Streichtrio, die er in der Kapelle der Oranier-Bastion Suzette,Vaucluse,Festival Musique d'Eté,teilweise urauffuehren konnte. Damit war ein alter Wunsch von Ernest in Erfuellung gegangen.
Julius und Ulrike Mueller,Blauvac, Vaucluse
23.01.2014
Mit Bestürzung habe ich den Tod von Ernest Sauter alias Walter Wollenweber zur Kenntnis genommen, auch wenn unser persönliches Verhältnis in den letzten zwei Jahren erheblich belastet war. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Würdigung des Verlegers Wollenweber und des Komponisten Sauter. Zunächst war es der Verleger, den ich schon sehr früh in meiner Musikerlaufbahn bewunderte. Dank seines feinen „Spürsinns“ für ausgefallene Besetzungen und vergessene Komponisten hat er immer wieder unseren Blickwinkel für das Repertoire erweitert. Welcher interessierte Musiker kennt sie nicht, die Noten mit dem Kürzel „WW“? Natürlich ist dieses verlegerische Lebenswerk nicht denkbar ohne die unermüdliche Mitarbeit seiner schon vor einigen Jahren verstorbenen Gattin.

Auch als DEUTSCHES STREICHTRIO (Hans Kalafusz, Jürgen Weber, Reiner Ginzel) bereicherte uns zunächst der Verleger Walter Wollenweber mit der Herausgabe vieler – auch uns bis dahin – unbekannter Werke dieser Besetzung. Erst später lernten wir den Komponisten Ernest Sauter kennen, der dann in der Folgezeit nicht weniger als drei Werke für unser Trio schrieb, die wir jeweils beim Festival „MUSIQUE D´ ÉTÉ À SUZETTE“ in Frankreich, dessen Gründer und langjähriger künstlerischer Leiter er war, zur Uraufführung brachten und später in Zusammenarbeit mit dem BR für eine CD produzierten. Bewundert habe ich an den Werken von Ernest Sauter die Beharrlichkeit, mit der er trotz all den Modernismen und „Abartigkeiten“ im Alltagsbetrieb der sogenannten „Neuen Musik“ an den eigentlichen Qualitätskriterien einer guten Musik festhielt: Klares kompositorisches Konzept, kontrapunktische Raffinesse, gesangliche Linearität und vor allem „ein ausgeprägtes Gefühl für die Wertigkeit der Klangfarben“ (Helmut Rohm).
Prof. Reiner Ginzel
14.01.2014
Herr Wollenweber hat unter seinem Künstlernamen Ernest Sauter die Stiftung Ernest Sauter - Das Streichtrio in unserer Zeit vot über 5 Jahren errichtet, um die Musik im Bereich des Streichtrios zu fördern und bekannt zu machen.
Die Stiftung Ernest Sauter - Das Streichtrio in unserer Zeit verliert mit Herrn Wollendeber eine Persönlichkeit, die der Entwicklung der Stiftung wesentliche Impulse gegeben hat und sich über die Errichtung der Stiftung hinaus als Mitglied des Stiftungsvorstands stets mit großem Engagement für das Wohl der Stiftung und für die Förderung der Musik eingesetzt hat
Mit dem Ausdruck aufrichtiger Anteilnahme
Renate Simek und Brite Eisenmann, Regierung von Oberbayern
03.01.2014
Die Musikwelt hat einen bedeutenden Förderer unbekannter oder in Vergessenheit geratener Werke verloren. Aber es war nicht nur die verlegerische Tätigkeit, sondern ihm ging es viel mehr darum, zu zeigen, welchen Reichtum und welche Vielfalt der musikalische Kosmos aufweist und wie bereichernd und beglückend es werden kann, in diesen Kosmos einzudringen. Dazu hat er einen wesentlichen Beitrag geleistet und deswegen sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Und ganz persönlich werde ich ihn vermissen als wertvollen Freund und Gesprächspartner.
Dr. Ulrich Orth
26.12.2013
Interessante CD-Projekte haben uns zusammengeführt – kontaktet hatte ich ihn als Walter Wollenweber, irgendwann ahnend, dass er Ernest Sauter sein könnte... Lange haben wir wegen der letzten CD immer wieder telefoniert, die Musiker gesucht und das Coverbild „Ruhige See“ gefunden. Ich bin sehr froh, dass er das musikalische Endergebnis noch hören konnte.
Annette Schumacher, ARS Produktion
20.12.2013
In Herrn Wollenweber hatten wir für die Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek seit Jahrzehnten einen zuverlässigen Lieferanten für Noten. Auch die Notenausgaben seines eigenen Verlages waren eine willkommene Ergänzung des Bestandes, weil sie gerade unbekanntere Werke umfassten. Diese wertvolle Arbeit findet nun leider ein Ende, ebenso die für uns so verlässliche Zusammenarbeit, worüber wir sehr traurig sind.
Im Namen aller Kolleginnen und Kollegen Gisela Foerster
13.12.2013
Als Verantwortlicher für die Übernahme der Auslieferung der Wollenweber-Notenausgaben Mitte dieses Jahres hatte ich leider nur eine sehr kurze Zeit engeren Kontakt zu Herrn Wollenweber pflegen können. Ich hätte ihn sehr gern einmal persönlich kennengelernt, was ja nun leider nicht mehr möglich ist. Von den wenigen Telefonaten, die wir führten, wird mir immer die vornehme gewählte Art, sich auszudrücken, in Erinnerung bleiben.
Christoph Becker Vertriebsleitung Grahl und Nicklas GmbH
13.12.2013
Als einziges Kind habe ich meinen Vater verloren. Ich bedaure - trotz des nicht einfachen Verhältnisses - den Verlust sehr. Er geht mir auch nahe, gerade weil Walter mir in der Jugend die klassische Musik, insbesondere J. S.Bach und die Liebe zu den Komponisten des 20. Jahrhunderts liebevoll ans Herz gelegt hat. In seinem parallelen Wirken als engagierter Verleger und (leider) zurückhaltender Komponist habe ich ihn zutiefst bewundert. Er wird mir als Berater und Mensch, trotz seiner Unvollkommenheiten noch lange sehr sehr fehlen.
Jochen Wollweber
12.12.2013
Ich habe einen guten Freund nach schmerzvollem Kampf zuletzt doch verloren. Einen Besseren gibt es nicht; integer, klug, geistreich und humorvoll. Lieber Ernest, ich danke Dir für Deine Freundschaft, für Deine Treue und dafür, daß Du immer für mich da warst. Du wirst mir sehr fehlen.
Inge Maria Sekiguchi
11.12.2013
Als ehemalige Leiterin der städtischen Musikbibliothek hatte ich eine sehr gute geschäftliche Beziehung mit dem Verstorbenen. Wir haben uns oft, auch nachdem ich im Kulturreferat der Stadt München Abteilungsleiterin für Musik, Theater und Tanz geworden war, über den Stand der Neuen Musik und die Rolle der zeitgenössischen Komponisten unterhalten, später auch über den beklagenswerten Rückgang des Interesses an Kammermusik. Im Gasteig besuchte mich der jetzt Verstorbene und erzählte mir über die Gründung seiner Stiftung. Ich hoffe, Ernest Sauter alias Walter Wollenweber ist nicht nach langem Leiden in die ewige Ruhe gegangen. Seinen Hinterbliebenen wünsche ich Trost im Wissen um die liebenswürdige und kluge Persönlichkeit eines besonderen Menschen, dessen großherzige Stiftung ihn segensreich überdauern wird.
In Anteilnahme, Brigitte v. Welser
9.12.2013
Ich habe Ihn 1988 zuerst als Verleger kennengelernt und Noten für den Verlag gesetzt. Später wuchs das Vertrauen und ich durfte auch den Komponisten kennenlernen. Seit vielen Jahren verbindet uns eine enge Freundschaft die neben vielen anderen Dingen zur Stiftungsgründung, dem internationalen Streichtrio Wettbewerb 2012 in München und den CD-Produktionen bei "Ars-Produktion" geführt hat. Die letzte ist im November fertig gestellt worden und Ernest konnte sie noch hören. Er wird mir sehr fehlen.
In Anteilnahme, Christoph Lübbe Vorstand der Sauter Stiftung