Warum Förderung des Streichtrios?


"Hier findet mehr eine konzentrierte Kultiviertheit statt, ein Klangerlebnis, das nach Verinnerlichung verlangt. So gesehen ist ein Streichtrio mehr etwas für die Esoteriker unter den Musikfreunden."
(Wolfgang Teubner)
Die Gattung des Streichtrios (in der klassischen Besetzung für Violine, Viola und Violoncello) ist in dem kaum überschaubaren Gebiet der Kammermusik für Streichinstrumente - besonders im Vergleich zum Streichquartett - relativ selten vertreten; im Schaffen mancher Komponisten fehlt sie gänzlich. (Schumann, Brahms, Dvorak etc.)
Das hat wiederum zur Folge, dass zwar Streichquartett-Ensembles jederzeit die Teilnahme an einer Vielzahl von internationalen Musikwettbewerben zur Nachwuchsförderung geboten wird, während diese Möglichkeit für junge Streichtrio-Ensembles nur selten besteht.
Die Erkenntnis, dass die nur spärlich vorhandene Literatur für Streichtrio seit Beethoven bis in die jüngste Zeit die Bildung von Streichtrios als ständige Vereinigung behindert hat, ist unbestritten. Wenn aber trotz Mangel an qualifizierten Ensembles eine an sich notwendige Förderung etwa durch Musikwettbewerbe unterbleibt, ist die Frage nach dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung vielleicht müßig, nicht aber die kritische Frage, warum dieser Erscheinung nicht gegengesteuert wird.
Ganz bestimmt würde die Gattung Streichtrio, die durch Neuschöpfungen von Schnittke, Penderecki, Henze, Rihm u.a. zusätzliche Bedeutung erlangt hat, durch das "zwangsweise" gemeinsame Angebot von Beethoven mit zeitgenössischen Werken, wie es ein Musikwettbewerb voraussetzt, aufgewertet. Durch solche Ausschreibungen würden neue Streichtrio-Formationen der jüngeren Generation mobilisiert, wodurch wiederum eine notwendige Korrektur der Programmgestaltung in unseren Konzerten begünstigt wäre.
Darüber hinaus gilt es ganz allgemein, auf die besondere Stellung des Streichtrios innerhalb der Kammermusik aufmerksam zu machen